Es ist wieder soweit, die fünf Jahre sind vorbei: Am 26. Mai ist Europawahl! Wir von Netzkino gehen natürlich wählen und unterhalten uns schon seit einiger Zeit über die Wahl, wen wir wählen und warum. Aus allen (noch) 28 Staaten, wählt jeder Staat seine Vertreter für die nächsten 5 Jahre. Insgesamt 751 Sitze, warten darauf, eingenommen zu werden, wobei jedes Land mindestens sechs Sitze zugesprochen bekommt. Der Rest richtet sich nach der Anzahl der Einwohner.

Geht wählen!

Jeder volljährige Staatsbürger, darf seine Stimme nur einmal vergeben, auch wenn man mehrere Saatsbürgerschaften besitzt. Das europäische Parlament sitzt immerhin 12 mal im Jahr zusammen und berät sich. Wir wählen nicht nur für uns, sondern für ganz Europa. Diese Macht ist für einige Angsteinflößend. Und bevor die Köpfe rauchen, weil man sich Wahlprogramm für Wahlprogramm reinzieht, haben wir für euch mal 5 Filme rausgesucht, die sich um das Thema Politik bewegen. Schaut doch einfach mal rein und danach: Geht wählen!

Is was Kanzler?

kanzler

Für den Anfang, haben wir eine kleine satirische Verarbeitung der politischen Wende 1982 von Schmidt zu Kohl, mit namhaften deutschen Kabarettisten! Lockern wir uns erstmal ein wenig auf.

Die ganze Politszene ist korrupt, die Bundesregierung eine Marionette der USA. Aus “Sicherheitsgründen” lässt die CIA wichtige deutsche Politiker in der Öffentlichkeit doubeln, darunter auch den Kanzler. Als ausgerechnet der Kanzler-Doppelgänger durchdreht und aus dem Verkehr gezogen werden soll, bringt der Geheimndienst aus Versehen den echten Kanzler um, und der treibt tot im Swimmingpool. Agent Erwin vom Bundeskriminalamt wird damit beauftragt, den Fall aufzuklären.

Frühstück mit einer Unbekannten

yummy

Als zweites haben wir eine ungewöhnliche Liebesgeschichte, während des G8-Gipfels.

Laurens ist Single und nebenbei ein überaus korrekter und pflichtbewusster Sekretär des deutschen Finanzministers. Mit Zahlen kennt er sich wie kein Zweiter aus, mit Menschen, insbesondere mit Frauen, eher weniger. Umso erstaunlicher, dass er eines Tages beim Frühstück in einem Café die attraktive Gina am Nachbartisch anspricht. Hin und weg von ihrer unkomplizierten und offenherzigen Persönlichkeit lädt Laurens Gina kurzerhand ein, ihn zum G8-Gipfel in Heiligendamm zu begleiten. Kaum dort angekommen, stellt Gina schnell fest, dass sie in die steife Welt der Politiker und Wirtschaftsbosse ebenso gut hineinpasst, wie Madonna in ein Nonnenkloster. Als einzige spricht sie offen aus, was sie denkt – und eckt damit gehörig an. Als es wegen Gina beim hochoffiziellen Dinner mit der Kanzlerin schließlich zum Eklat kommt, sitzt plötzlich auch Laurens zwischen den Stühlen. Jetzt muss er sich zwischen der Liebe zu seiner Karriere und der Liebe seines Lebens entscheiden.

Ein Richter für Berlin

juhu

Für zwischendurch haben wir einen etwas ernsteren Film herausgesucht, welcher auf wahren Begebenheiten beruht. Manchmal kann man das gar nicht glauben, was alles wirklich in der Welt passiert.

1978 entführt der DDR-Bürger Helmut Thiele ein polnisches Flugzeug, um sich in den Westen abzusetzen. Die Verhandlung gegen ihn und seine Begleiterin Sigrid Radke wird zum Politikum. Während die US-Administration entschlossen ist, eine Verurteilung zu erwirken, beharrt der zuständige Richter Herbert J. Stern auf einem verfassungskonformen Verfahren. In Anlehnung an die Erinnerungen des amerikanischen Richters inszenierte der Regisseur Leo Penn ein spannendes Gerichtsdrama, das aus einem historischen Fall Fragen nach dem Verhältnis von Politik, Justiz und Menschenrechten ableitet.

Die Akte Romero

romero

Im Rennen um den Gouverneursposten in Missouri haben überraschenderweise zwei parteilose Kandidaten die Nase vorn. Einer von ihnen ist Blake Pellarin. Seine Frau Dinah, finanziert den Wahlkampf ihres Mannes, der sich Chancen auf das Amt des Präsidenten ausrechnet. Wenige Tage vor dem entscheidenden Urnengang wird Pellarin von seiner Vergangenheit eingeholt: Die emsige Journalistin Cela Brandini konfrontiert den Politiker mit dem Namen „Raymond Romero„. Doch Pellarin spielt zunächst den Unwissenden. Denn es gibt ein hässliches Detail in seiner ansonsten makellosen Biografie. Gemeinsam mit seinem zum Verwechseln ähnlichen Halbbruder Billy wurde Pellarin von dem früheren Senator Kim Mennaker protegiert. Der später wegen Homosexualität in Ungnade gefallene Staatsmann ist der eigentliche Architekt von Pellarins politischer Karriere, die aber auf einem Schwindel beruht. Was für ein Schwindel Pellarin allen auftischt, könnt ihr selbst herausfinden.

Madiba – Das Vermächtnis des Nelson Mandelas (2013)

Und zum Schluss ein schöner Film für unsere NetzkinoPlus Abonennten.

Nelson Mandelas Botschaft von Freiheit, Vergebung und Versöhnung inspiriert Menschen weltweit. 1994 geht er als erster demokratisch gewählter Präsident Südafrikas in die Geschichte ein – das offizielle Ende der Apartheid. Wie für viele andere Südafrikaner war Nelson Mandela auch für den Regisseur Khalo Matabane ein Jugendheld. Stark und zum Kampf bereit, so hatte er ihn sich in seiner Kindheit, als Mandela im Gefängnis war, vorgestellt. Als er endlich entlassen wurde und zum Staatsmann aufstieg, erschien er ihm allzu zerbrechlich und gütig. Wo war seine Wut? Stattdessen hielt Mandela ganz Südafrika dazu an, den Tätern des Apartheidregimes zu vergeben.

In einem persönlichen Brief an Nelson Mandela, stellt Regisseur Matabane seinem Kindheitshelden kontroverse Fragen, die ihn sein ganzes Leben lang beschäftigt haben. Ist Nelson Mandela mit seiner Politik der Vergebung und Versöhnung, mit seinen Kompromissen, zu weit gegangen? Hat er Entscheidungen getroffen, die heute zu noch mehr Ungleichheit und Armut geführt haben? Oder konnte er gar nicht anders handeln?

ruusw

Matabane nimmt das heutige Südafrika als tickende Zeitbombe wahr, die jeden Moment explodieren könnte.

Mit diesen Fragen im Kopf reist Khalo Matabane kurz vor Mandelas Tod um die Welt, um mit internationalen, teils polarisierenden, Persönlichkeiten zu sprechen. Überall werden Proteste laut und Forderungen nach wirklicher Freiheit. Aber wo ist letztendlich die Wahrheit zu finden? Auf der filmischen Spurensuche nach seinem „Helden“ Nelson Mandela erlebt Regisseur Khalo Matabane die gegensätzlichsten Perspektiven. Er regt zum Nachdenken an und eröffnet neue Debatten.

Du möchtest den Film auch sehen? Dann melde dich einfach bei NetzkinoPlus an. Für nur 4.99€ im Monat bekommst du noch mehr Filme, Werbefrei und wann immer du willst.

Somit solltest du dich gewappnet genug fühlen, um am Sonntag zur Wahl zu spazieren. Denk dran: Jede Stimme zählt. Informiert euch, denkt genau nach, was wünscht ihr euch und wer vertritt genau das? Nebenbei stehen in einigen Bundesländern auch noch die Kommunalwahlen an. Also ob einfache oder doppelte Wahl – ein fehlender Kugelschreiber, ist keine Ausrede!

Alexandra Knull